Stellt Euch vor, Frau Ricke schickt Euch eine Einladung für ein echtes InformatikCamp zu, weil Ihr beim Jugendwettbewerb Informatik erfolgreich teilgenommen habt. Genau das ist mir passiert. Ich durfte mich für das JuniorCamp von girls@BWINF in Leipzig im Juli bewerben. Als ich Anfang Mai die Zusage bekommen habe, habe ich mich riesig gefreut.
BWINF steht für Bundesweite Informatikwettbewerbe. Die InformatikCamps von girls@BWINF sind nur für Mädchen. An dem JuniorCamp in Leipzig durften 25 Mädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren aus ganz Deutschland teilnehmen.
Die ersten Challenges: WLAN und Python
Am Freitag, den 24. Juli 2026, ging es dann endlich los. Das Camp fand in der Jugendherberge in Leipzig statt. Als ich angekommen bin, musste ich schon das erste Problem lösen. Mein Notebook wollte einfach nicht ins Wlan der Jugendherberge. Das Problem hatten auch viele andere Teilnehmerinnen. Nachdem ich diese Herausforderung gemeistert hatte, konnte ich direkt durchstarten, da ich zu Hause schon die Entwicklungsumgebung Anaconda mit Spyder installiert hatte. Am Freitagnachmittag haben wir schon nach einer kurzen Einführung in die Programmiersprache Python, die ersten kleinen Programmieraufgaben in Python bearbeitet.
Natürlich saßen wir nicht nur an unseren Notebooks. Wir haben auf der großen Wiese hinter der Jugendherberge lustige Kennenlernspiele gemacht, schnell neue Freundinnen gefunden, unsere coolen Camp-T-Shirts bekommen und die Zimmer bezogen.
Wenn der Roboter sich zu bewegen anfängt
Das absolute Highlight am Samstag und Sonntag war für mich der Edison Roboter. Wir lernten die Entwicklungsumgebung EdPy kennen, mit der man in Python die Edison Roboter steuern kann. Nach der ersten Aufgabe, den Roboter überhaupt zum Geradeausfahren zu bewegen, kam direkt die Herausforderung den Edison exakt im Viereck fahren zu lassen. Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich auch am Sonntag mit dem Edison Roboter gearbeitet habe. Viele Teilnehmerinnen sind aber am Samstagnachmittag zur Gruppe gewechselt, die nur in Python programmiert hat.
Mein größtes Ziel war es, den Edison Roboter in einem ganz perfekten Kreis fahren zu lassen. Ich habe so lange an meinem Code getüftelt und ausprobiert, bis es endlich geklappt hat. Sogar eine der Betreuerinnen des Camps wollte am Sonntagabend noch mein Ergebnis sehen. Das war ein richtig großartiges Gefühl!
Nicht nur Programmierung
Auch die Freizeit kam nie zu kurz. Am Sonntagvormittag ging es nach dem Frühstück direkt mit der Straßenbahn in die Innenstadt von Leipzig. Wir wurden in 5er-Teams aufgeteilt und haben dann eine iPad-Rallye quer durch die Innenstadt gemacht. Dabei mussten wir Gebäude und Sehenswürdigkeiten untersuchen, Geräusche analysieren
und Fotos machen. Vor lauter Spaß an der Ralley hätten wir fast das Mittagessen verpasst.
Abends gab es auch ein tolles Programm. Wir konnten unsere Programme weiterentwickeln, Zocken oder Spiele, wie Werwolf spielen. Ich habe immer Werwolf gespielt. Am Sonntagabend ging das Abendprogramm bis Mitternacht. Die Zeit verging wie im Flug.
Alles hat ein Ende
Am Montag mussten wir dann schon wieder unsere Sachen packen. Am Vormittag gab es noch eine letzte Programmierrunde und anschließend eine Feedbackrunde. Als meine Eltern mich mittags abholten, hatte ich nicht nur ein neues T-Shirt im Gepäck, sondern auch einen Edison Roboter, jede Menge neue Programmierfähigkeiten, tolle Erinnerungen an das Camp und war hundemüde.

