Wahlpflichtbereich

Die Schülerinnen und Schüler wählen am Ende der Stufe 8 (G9) einen Kurs des Wahlpflichtbereiches II, welcher dann durchgängig in den Stufen 9 und 10 belegt wird. Ein Wechsel in einen anderen Kurs ist während dieser 2 Jahre nicht möglich.

Unsere Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, im Differenzierungsbereich Latein oder Französisch als dritte Fremdsprache zu wählen. Als Alternative dazu werden Kurse angeboten, deren Schwerpunkte im gesellschafts-wissenschaftlichen bzw. im naturwissenschaftlichen Bereich liegen. Das Angebot variiert je nach den zur Verfügung stehenden Lehrkräften. Die folgenden Kurse stehen im aktuellen Schuljahr zur Auswahl:

Dritte Fremdsprache
  • Latein (3. Fremdsprache)
  • Französisch (3. Fremdsprache)
Gesellschaftswissenschaftlicher Bereich
  • Geschichte bilingual (Englisch)
  • Rhetorik (Gesellschaftswissenschaften)

Naturwissenschaftlich-technischer Bereich

  • Naturwissenschaften
  • Robotik / Bionik
  • Praktische Informatik
Informationsmaterial und Wahlzettel

    Das Angebot und die Einrichtung der Kurse richtet sich nach den personellen Möglichkeiten der Schule. Die Schülerinnen und Schüler dürfen eine Erst- und eine Zweitwahl treffen, die in fast allen Fällen auch berücksichtigt werden kann. Es kann jedoch in Einzelfällen vorkommen, dass Schülerinnen und Schüler einem anderen Kurs zugeteilt werden. Ein Anspruch, einen seiner Wahlkurse zu bekommen, besteht nicht. In diesen Einzelfällen wird aber zuvor noch ein Beratungsgespräch geführt.

    In allen Kursen werden pro Halbjahr zwei Klassenarbeiten von einer bis zwei Stunden Dauer geschrieben. Die dritte Fremdsprache wird in der Regel dreistündig, die übrigen Kurse werden zweistündig angeboten. In der Versetzungsordnung gehören diese Kurse der Fächergruppe II an.

    Wahlangebot

    Dritte Fremdsprache

    Der Lateinunterricht an unserer Schule dient zur Verbesserung der fremdsprachlichen und muttersprachlichen Kompetenzen und zum besseren Verständnis des gemeinsamen europäischen Kulturgutes, das im Zuge der Europäischen Integration zunehmend an Bedeutung gewinnt. Für uns stellt sich Latein nicht als eine "tote" Sprache dar, sondern als lebendige Grundlage vieler europäischer Sprachen.

    Lernvoraussetzungen sind:

    • Interesse an Texten und Informationen aus einer (zunächst) fremden Welt mit anderen Vorstellungen von Alltagsgestaltung und Werten.
    • Konzentration und die Fähigkeit, genau "hinzusehen", d. h., einzelne Wörter und deren Endungen von einander zu unterscheiden. Dabei kann ein einziger Buchstabe im Lateinischen die Bedeutung eines Wortes/Satzes mehr verändern, als wir es aus der Muttersprache gewohnt sind.
    • Bereitschaft ein logisches, aber umfangreiches grammatisches Regelwerk zu erlernen.
    • Bewusstsein, dass die Beherrschung der Lateinischen Sprache Fleiß beim Erwerb neuer und der Wiederholung bereits bekannter Formen erfordert, oder wie der Lateiner sagt: Repetitio est mater studiorum, "Wiederholung ist die Grundlage des Lernens."

    Kennzeichen des Lateinunterrichts

    • Lateinunterricht ist hauptsächlich auf Lesen und Verstehen ausgerichtet.
    • Unterrichtssprache ist Deutsch; auch das Schreiben (Übersetzungen, Übungen) erfolgt meist auf Deutsch.
    • Experten in Grammatik: Beim Übersetzen müssen ständig Entscheidungen zu Wortformen, Wortbedeutung, Satzbau und Sinn getroffen werden.
    • Textstruktur, Grammatik und Sprache lateinischer Texte werden bewusst gemacht, eine Gewöhnung durch aktives Sprechen (wie etwa im Französischen) erfolgt nicht.
    • Ziel des Sprachunterrichts ist es also, auf unterschiedlichsten Ebenen Texte zu entschlüsseln und zu verstehen.
    • die Unterrichtsthemen bringen die Erfahrungswelt der Menschen in der Antike nahe.
    • der Einfluss der römischen Antike auf unser heutiges kulturelles und soziales Leben wird deutlich gemacht.

    "Non scholae, sed vitae discimus" - Gründe, Latein zu lernen:

    • Das Latinum ist auch heute noch erforderlich oder hilfreich für das Studium einer Reihe von Fächern und Berufen, z.B. dem Studium der Klassischen Philologie (Latein/Gräzistik), Romanistik, Anglistik, Theologie, Germanistik, Archäologie; die genauen Anforderungen sind an den jeweiligen Hochschulen zu erfahren
    • Latein hat auch heute noch Interessantes, überraschend Menschliches und Zwischenmenschliches zu bieten; auch die Menschen der Antike haben geliebt, gelacht, gehasst und geweint, verehrt und gespottet; wer genau hinhört, vernimmt die Echos aus der Vergangenheit bis heute
    • Latein ist keine tote Sprache - zwar eine, die kaum noch gesprochen wird, aber ihre Spuren überall in der Welt und nicht zuletzt auch im Alltag der Schülerinnen und Schüler hinterlassen hat.
    • Latein fördert die muttersprachliche Kompetenz.
    • Latein ist eine solide Voraussetzung für das Erlernen anderer Fremdsprachen (Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Rumänisch).

    Das Erlernen der französischen Sprache ist für deutsche Schüler von besonderer Wichtigkeit, da mit Frankreich ein sehr enges politisches, wirtschaftliches und kulturelles Verhältnis gepflegt wird. Frankreich ist der wichtigste Handelspartner der Bundesrepublik Deutschland.

    Die französische Sprache ist ein bedeutender Bestandteil des europäischen Kulturerbes. Das Französische wird zudem in anderen Nachbarländern wie Belgien, Luxemburg und der Schweiz als Muttersprache gesprochen und ist Verkehrs- und Amtssprache in vielen Teilen der Welt. Zahlreiche internationale Organisationen kommunizieren traditionell in dieser Sprache.

    Der Französischunterricht ermöglicht den Schülern einen Einblick in diese vielfältigen kulturellen Lebenswirklichkeiten. Die Schüler erhalten bereits ab dem 1. Lernjahr die Möglichkeit, mit dem Diplôme des Etudes de la Langue Française (DELF) ein zusätzliches, international anerkanntes Zertifikat zu erwerben, das sie einer Bewerbung beifügen können.

    Ziel des Französischunterrichtes in der Sekundarstufe I ist es, sich im frankophonen Ausland zurechtzufinden, Alltagssituationen zu bewältigen und Kontakte zu französischsprachigen Schülern aufzunehmen. Dieser Gesichtspunkt ist an unserer Schule von besonderer Bedeutung, da wir in Kooperation mit dem Musikfachbereich Schüleraustauschmaßnahmen mit einer Schule in Amiens (Nordfrankreich) unterhalten.

    In der Oberstufe wird Französisch durchweg in Grundkursen und (in Zusammenarbeit mit dem Gymnasium Waldstrasse) in Leistungskursen erteilt. Dort gilt es, vertiefende Kenntnisse über das Land, die Kultur und die Literatur zu erwerben, die eine Auseinandersetzung mit der Zivilisation unseres Nachbarlandes zulassen.

    Französisch wird ab der 7. Klasse als zweite und ab der 8. Klasse (G8) bzw. ab der 9. Klasse (G9) als dritte Fremdsprache unterrichtet. Die Umsetzung des Kernlehrplans (G8) erfolgt im Wesentlichen durch die Verwendung des an den Kernlehrplan abgestimmten Lehrwerks Découvertes Série jaune 1-4 (Klett) für Lerner des Französischen als zweite Fremdsprache in den Klassen 6 bis 9 sowie der Ausgabe Découvertes Cours intensif 1 und 2 (Klett) für die Lerner des Französischen als dritte Fremdsprache in den Klassen 8 und 9 sowie der Einführungsphase (EF).

    Die Lehrwerkskonzeption setzt in den unterschiedlichen Lektionen die im Kernlehrplan und in den Richtlinien Sek II verankerten Kompetenzerwartungen um: Kommunikative Kompetenzen, Verfügbarkeit von sprachlichen Mitteln und sprachliche Korrektheit, methodische sowie interkulturelle Kompetenzen.

    Gesellschaftswissenschaftlicher Bereich

    Zwei zusätzliche Stunden Geschichtsunterricht - und dann auch noch in englischer Sprache?

    Nein! Der Kurs soll in keiner Weise als eine bloße Übertragung des herkömmlichen Geschichtsunterrichts in die englische Sprache verstanden werden. Vielmehr bietet er die Möglichkeit, spannende historische Akteure, Epochen und Entwicklungen von einer Seite kennen zu lernen, für die innerhalb des regulären Lehrplans keine Zeit ist. In diesem Zusammenhang liegt ein großer Fokus auf der Arbeit mit neuen Medien. So werden im Unterricht gemeinsam Geschichtsfilme analysiert und die Schülerinnen und Schüler drehen handlungsorientiert in Kleingruppen ihre eigene Radio- bzw. Fernsehdokumentation zu einem ausgewählten, vorher im Unterricht behandelten Thema. In diesem Zusammenhang setzen sich die Schülerinnen chronologisch zunächst mit ausgewählten Aspekten der britischen und anschließend der amerikanischen Geschichte auseinander.

    Darüber hinaus beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Teilnahme des Gymnasiums Holthausen am Baltic Sea Project mit der Geschichte der Ostseestaaten. So spielt unter anderen die Frage eine Rolle, ob Sorge um die Umwelt und die Forderung nach Maßnahmen zum Schutz des Planeten ein Phänomen der Neuzeit sind oder ob diese Thematik bereits Teil des Lebens im 18. und 19. Jahrhundert war.

    Durch den Einsatz von neuen Medien, den Gegenwartsbezug der ausgewählten Themen und Materialien und die Vielzahl an handlungsorientierten Elementen erweitern die Schülerinnen und Schüler auf vielfältigen Wegen ihre Kompetenzen im Fach Geschichte, besonders im Hinblick auf die Beurteilung historischer Prozesse und Entwicklungen, die weitestgehend auch heute noch von gesellschaftlicher Relevanz sind. Zusätzlich verbessern sie ihre Englischkenntnisse u.a. in den essenziell wichtigen Bereichen des Argumentierens und Diskutierens, wovon sie im regulären Englischunterricht, auch im Hinblick auf die Oberstufe, profitieren.

    Eine Auswahl der Themengebiete

    1 Britische Geschichte und ihre Darstellung in historischen Spielfilmen

    Eine Auswahl der Themen und Filme:

    • Die Ständegesellschaft im Mittelalter: A Knight’s Tale (Ritter aus Leidenschaft; USA 2001; Regie: Brian Helgelund)
    • The Crusades – Die Teilnahme der Briten an den Kreuzzügen: Kingdom of Heaven (Königreich der Himmel; USA 2005; Regie: Ridley Scott)
    • Die industrielle Revolution in Großbritannien: Oliver Twist (Großbritannien 2005; Regie: Roman Polanski)

      2 Amerikanische Geschichte und ihre Darstellung in historischen Spielfilmen

      Eine Auswahl der Themen und Filme:

      • Koloniale Anfänge: Die Entdeckung und Eroberung Amerikas – Disney’s Pocahontas (USA 1995; Regie: Mike Gabriel)
      • Die Vertreibung der amerikanischen indigenen Bevölkerung – Dances with Wolves (Der mit dem Wolf tanzt; USA 1990; Regie: Kevin Costner)
      • Der Sklavenhandel in den USA – Amistad (USA 1997, Regie: Steven Spielberg); Twelve Years a Slave (Großbritannien/USA 2013; Regie Steve Mcqueen)
      • Die amerikanische Bürgerrechtsbewegung – Selma (USA/Großbritannien 2015, Regie: Ava DuVernay)

      3 It’s your turn! Produce your own historical Radio/TV Documentary

      Die Schülerinnen und Schüler nehmen basierend auf im Unterricht erarbeiteten Ergebnissen ihre eigene Radio oder TV-Dokumentation in der englischen Sprache auf. Hierbei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Dieses Projekt ersetzt dabei eine Klassenarbeit.

      4 The Baltic Sea Project

      Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit der historischen Perspektive auf einige der gesellschaftlich bedeutendsten Themen unserer Zeit, zum Beispiel Umweltschutz.

      Patrick Paschmann

      Bei dem Differenzierungskurs "Rhetorik" werden verschiedene Fächer aus dem täglichen Schulleben miteinander kombiniert. Im Rahmen des Kurses erlernen, erproben und verbessern die Schülerinnen und Schüler ihre rhetorischen Fähigkeiten bzw. Begabungen. Neben dem freien Vortragen gehören dazu auch die Auseinandersetzung mit Mitschülerinnen und Mitschülern im Rahmen einer Diskussion oder aber die Stimmschulung. Unterstützt wird dieses "Training" durch moderne Methoden und Techniken, z.B. durch den Einsatz von Videoanalysen.

      Der Kurs endet in der neunten Klasse schließlich mit der Teilnahme an dem deutschlandweiten Wettbewerb "Jugend debattiert" und dem dazugehörigen Regionalfinale in Dortmund. Den Gewinnern winkt hier ein individueller, professionell angeleiteter Rhetorikkurs und eventuell die Qualifikation für das Wettbewerbsfinale in Berlin.

      Themen

      Kurzübersicht über die Themen in den Jahrgangsstufen:

      • Politische Bildung konkret - Teilnahme am Bundeswettbewerb der Bundeszentrale für Politische Bildung (inkl. Erstellung eines Projektberichts als Video)
      • Stimmbildung und Vorträge halten
      • Von der Idee zum Vortrag
      • Angewandte Rhetorik
      • Jugend debattiert
      • Workshop - Meine erste eigene Rede
      • Sprecherziehung - Zuhören will gelernt sein

      Notenvergabe

      Als Leistungsüberprüfung wird pro Quartal eine 2- stündige (90 Minuten) Kursarbeit gestellt, die alle Anforderungsbereiche (Wissenswiedergabe, Wissenstransfer, Urteilsbildung) umfasst.

      Neben der schriftlichen Note trägt die sonstige Beteiligung am Unterricht in etwa gleichwertig zu Notenbildung bei.

      Im 1. Halbjahr der Klasse 9 wird die erste Klassenarbeit durch einen Projektbericht ersetzt.

      Kompetenzen

      Folgende zentrale Kompetenzen werden im Rahmen des Differenzierungskurses aufgebaut, erweitert bzw. gefestigt:

      Die Schülerinnen und Schüler bewältigen kommunikative Situationen in persönlichen, beruflichen und öffentlichen Zusammenhangen situationsangemesen und adressatengerecht. Sie lernen dabei sich konstruktiv an Gesprächen zu beteiligen.

      Sie benutzen Standardsprache und achten dabei auf gelingende Kommunikation und damit auch auf die Wirkung ihres sprachlichen Handelns. Sie verfügen dabei über eine Gesprächskultur, die von aufmerksamen Zuhören und einem respektvollen Gesprächsverhalte geprägt ist. Sie nutzen dabei - wenn notwendig - verschiedene, gängige Medien zur Unterstützung ihres Gesagten.

      Zuletzt nutzen die Schülerinnen und Schüler bewusst verschiedene Fachmethoden zum Zwecke ihres kommunikativen Ziels.

      Naturwissenschaftlich-technischer Bereich

      Grundsätzliches:

      Wenn sich Schülerinnen und Schüler für Fragen des Alltags interessieren, gerne selber Problemlösungen in angemessener Zeit erarbeiten, dann ist dieser Kurs das Richtige.

      Hier sollen in kleinen Gruppen verschiedene Thematiken zum Teil völlig selbstständig bearbeitet werden und es bleibt auch Zeit, um gegebenenfalls weitere, von den Schülerinnen und Schülern, aufgeworfene Fragen zu beantworten.
      Auf diese Weise lernt man verschiedene Fragestellungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln in Zusammenarbeit mit Anderen zu bearbeiten und die Naturwissenschaften miteinander zu verknüpfen und so einen umfassenderen Überblick zu bekommen.

      Möglicher Ablauf:

      I. Klasse 9:

      Herstellung von Klebern aus verschiedenen Alltagsprodukten, wie z.B.

      • Quark – wie gut klebt der Kleber?
      • Herstellung von Süßwaren, wie z.B.Schokolade – wie ist die Zusammensetzung? - wie viel Energie steckt darin?
      • Brause selber machen – Brause als Antrieb nutzbar?
      • Von Geheimtinte bis zu Fingerabdrücken - helfen die Naturwissenschaften der Polizei?
      • Herstellung und Wirkung von Sonnenschutz – Auswirkungen des Ozonlochs
      • Wirkung von Oxireinigern – besonders teuer = besonders gut?

      II. Klasse 10:

      Herstellung von Klebern aus verschiedenen Alltagsprodukten, wie z.B.

      Sportgetränke - überflüssig oder unerlässlich?

      • Inhaltsstoffe wie Mineralien, Vitamine, Farbstoffe, Konservierungsstoffe
      • Zucker und Energiegewinnung

      Neue Kleider aus alten Flaschen

      • Fäden aus PET-Flaschen
      • Eigenschaften des PET´s
      • Aufbau von Fasern
      • Herstellung eines Kunststoffes
      • Bewertung von Getränkeverpackungen
      • Recycling

      Was sind Robotik und Bionik?

      Robotik und Bionik sind zwei moderne, aktuelle Forschungszweige, die jeweils traditionelle Bereiche der Naturwissenschaften vereinen und sich unter synergetischen Aspekten mit Problemen der Umwelt, Technik und Natur beschäftigen. Diese „vernetzten“ Wissenschaften sind in den letzten 20 Jahren entstanden und bieten vor allem bei umfassenden Problemstellungen Hilfen zur deren Lösung.

      Die Robotik wird oft synonym mit der Mechatronik genannt. Sie setzt sich somit aus der klassischen Mechanik, der Elektronik und der Informatik zusammen. Beispiele, mit denen sich diese Disziplin befasst, wären das künstliche Herz, Roboterarme oder „intelligente Mechanismen, die mit der Umwelt agieren“, also das, was man umgangssprachlich unter einem Roboter versteht.

      Das Wort Bionik integriert die Begriffe Biologie und Technik. Bionik als wissenschaftliche Disziplin befasst sich mit der technischen Umsetzung von Konstruktions-, Verfahrens- und Entwicklungsprinzipien biologischer Systeme. Bekannte Beispiele sind hier der Klettverschluss, der Leichtbau oder der Lotus-Perl-Effekt.

      Wie wird vorgegangen? Welche Methoden kommen zum Einsatz?

      Die Inhalte des Differenzierungskurses bedingen eine Neukonzeption von Vorgehensweisen und unterrichtlichen Methoden. Der experimentell-problemorientierte Aspekt steht daher im Vordergrund. Planung, Bau, Programmierung, Test sind vorherrschende Arbeitsschritte, die unterbrochen werden von theoretischen, der Planung oder der Programmierung helfenden Phasen.

      Das notwenigen informatische Basiswissen (z.B. Schleifen, Variablen, Listen) wird in überschaubaren Teilproblemen an technischen Geräten aus dem Alltag, die mit Fischertechnik-Baukästen konstruiert und programmiert werden, erlernt. Mechanische Konstruktionen (z.B. Übersetzungen mit Zahnrädern, Hebel, Motoren) können ebenso untersucht und verstanden werden. Die ersten Teilprobleme sind zudem so gewählt, dass an ihnen schon analoge Beispiele aus der Biologie erkennbar sind.

      Im zweiten Schritt sind dann auf Grundlage der vorhandenen Basiskenntnisse Probleme zu bewältigen (z.B. Ausrichtung von Solaranlagen, Robotergang), die mithilfe biologischer Systeme (z.B. Blume, 2-, 4-, 6-Bein-Gang) gelöst werden können.

      Partner- und arbeitsteilige Gruppenarbeiten sind gängige Unterrichtsformen. Einzelarbeiten und gemeinsames Unterrichtsgespräch werden vor allem zur Sammlung von Ergebnissen, zur Erläuterung von neuen Sachverhalten und zur Einübung neuer Techniken genutzt.

      Inhalte der Jahrgangsstufe 9

      • Ein einfaches Programm – Der Händetrockner (Theorie und Praxis)
      • Nutzung von Ablaufplänen – Die Schiebetür (Theorie und Praxis)
      • Anwendung von Ablaufplänen – Die Parkhausschranke (Praxis)
      • Verwendung von Unterprogrammen – Erweiterung der Parkhausschranke (Theorie und Praxis)
      • Verwendung von Variablen – Die Parkhausschranke mit Geheimcodeabfrage (Theorie und Praxis; Verständnis und Nutzung analoger und digitaler Eingänge, Potentiometern und Widerständen)
      • Anwendung von Variablen – Die Temperaturregelung (Praxis); Anknüpfung an die Biologie: Warm- und Kaltblüter
      • Variablen, Bedienfelder, gleichzeitige Prozesse, digitale und analoge Abfragen, lokale Variablen – Das Museum (ohne Aufbau von Robotern – reine Programmieraufgaben; Theorie und Praxis)
      • Listen (Arrays), „Or & And“, Flip-Flop – Das Museum, Erweiterungssequenz (ohne Aufbau von Robotern – reine Programmieraufgaben; Theorie und Praxis)
      • Die mechanische Blume – Untersuchung von Temperatur und Helligkeit im Verlauf eines Tages (Anknüpfung an die Biologie; Praxis)
      • Die Wetterstation – Bau und Programmierung einer datenspeichernden Wetterstation, die maximale und minimale Windgeschwindigkeit, Sonnenscheindauer sowie maximale und minimale Temperatur aufnimmt (Praxis)
      • Montage einer Solarzelle – Untersuchung eines geeigneten Aufstellortes einer Solarzelle (Anknüpfung an die Solarzellentechnik; Praxis; AVU- und anderweitiger externer Expertenvortrag)

      Gruppenteilige Projektarbeit: Das robotergesteuerte Metallverarbeitungswerk

      Inhalte der Jahrgangsstufe 10

      • Der Laufroboter I – Problem des 2-, 4-, 6-Füße-Gangs; Identifikation des „Dreifußgangs“: ein Abgucken bei der Natur (reine Theorie)
      • Der Laufroboter II – Bionische Aspekte beim bisherigen Bau von Robotern, „Bionisches Problemlösen“ (reine Theorie; Arbeitsblattsammlung)
      • Der Laufroboter III – Einfache Vorwärtsbewegung (Praxis)
      • Der Laufroboter IV – Bewegung mit Links- und Rechtsdrehung (Praxis)
      • Der Laufroboter V – Bewegung mit Hinderniserkennung und Ausweichen (Praxis; ohne Vorgabe einer Bauanleitung)
      • Der fahrende Roboter I – Einfache Bewegung auf Rädern (Praxis)
      • Der fahrende Roboter II – Der Spurensucher (Praxis)
      • Der fahrende Roboter III – Der „Herzfahrer“: ein einfacher Wettbewerb (oder ein anderer schulinterner Wettkampf auf Grundlage der bisher gesammelten Programmier- und Konstruktionserfahrungen)
      • Der Laufroboter III – Aufbau des 6-, 4-, 2-Füße-Gangs (in dieser Reihenfolge); (Praxis)
      • Der Laufroboter IV – Aufbau des 6-Füße-Gangs mit Zurückfinden der Anfangsposition: die Ameise (Praxis)

      Computer + Programmieren = Informatik – viele würden spontan diese knappe Definition geben. Aber diese einfache Formel erfasst nur einen kleinen Ausschnitt dessen, was heute das Fach Informatik ausmacht. Was verbirgt sich also hinter dem Begriff „Informatik“ ? Womit befasst sich dieses Fach ? Und was versteht man schließlich unter „praktischer“ Informatik ?

      Fragen wir doch einmal ein Fachwortlexikon, z. B. den Schüler-Duden. Dort lässt sich dazu auf S. 238 das Folgende nachlesen:

      „Informatik ist die Wissenschaft von der systematischen Verarbeitung von Informationen, besonders der automatischen Verarbeitung mit Hilfe von Digitalrechnern.“

      Auf Wikipedia.de erfährt man mehr über die einzelnen Disziplinen der Informatik: Theoretische Informatik, Technische Informatik, Wirtschafts-informatik, Medieninformatik, Bioinformatik, Computerlinguistik, Künstliche Intelligenz und noch vieles mehr.

      Die Informatik ist also keineswegs nur ein Fachgebiet, mit deren Hilfe Spezialisten raffinierte Computerprogramme schreiben. Die Auflistung der Anwendungsbereiche zeigt vielmehr, dass informatorische Erkenntnisse in vielen Lebensbereichen zur Anwendung kommen, ja sogar nicht mehr weg zu denken sind. Digitalrechner – PC, iPad, Smartphone, Navigationssystem, jeder benutzt sie heute schon wie selbstverständlich. Informationen – Internet, Facebook, Twitter & Co., wird man diese Medien bald haben müssen, um überhaupt an moderner Kommunikation teilnehmen zu können?

      Ausrichtung des Kurses

      Leitidee ist die Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnologie in verschiedenen Bereichen des Alltags. Dabei bestimmen die Inhalte der Fachwissenschaft Informatik nur zu etwa 20 %, also zu einem eher geringen Teil, die Themen des 2-jährigen Kurses. Im Mittelpunkt stehen:

      • der Erwerb von Fertigkeiten im Umgang mit Standardsoftware.
      • das Anwenden von Computertechnologie zum Lösen verschiedener Fragestellungen, insbesondere auch aus dem mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Aufgabenfeld.
      • das Kennenlernen von Techniken der Informationsbeschaffung und -bewertung.
      • das Erlernen von Techniken zum Darstellen und Präsentieren von Sachinformationen.
      • das Trainieren von selbständigem Arbeiten (methodischer Schwerpunkt !)

      Verbindliche Themen sind:

      • Der Umgang mit Office-Software (Tabellenkalkulation, Datenbank), insbesondere auch deren Verknüpfung (z.B. Serienbriefe),
      • Vermitteln von Grundkenntnissen in einer Programmiersprache mit entsprechende Basistechniken in der Programmierung (Praktische Programmierung mit LEGO Mindstorms Robotern, Visuelle Programmierumgebungen wie „Scratch“, „Kara“, „Niki“ (Pascal), „ROBI“ (JavaScript) oder weitere Programmiersprachen wie Python); dabei findet kein Vorgriff auf Inhalte der Sekundarstufe II statt,
      • Multimediale Aufbereitung und Präsentation von Informationen (z.B. mit PowerPoint, OpenOffice Impress oder Mediator).

      Mögliche Wahlthemen können sein:

      • Nutzung des Internet mit dem zugehörigen technischen Hintergrund (u.a. Schutz persönlicher Daten, soziale Netzwerke, Cybermobbing).
      • Strukturierte Aufbereitung von Informationen und Gestalten eines Flyers.
      • Gestaltung von Webseiten für das Internet mit der HTML-Technologie.
      • Grundlagen der Computertechnologie; logische Schaltungen und deren Simulation.
      • Durchführen einer Umfrage zu einem aktuellen Thema, deren statistische Auswertung und ansprechende Darstellung der Ergebnisse.

      Dieses ist nur eine kleine Auswahl möglicher Themen. Die Wahlthemen variieren mit jedem Kurs, je nach Interessenlage der Teilnehmer und der Lehrkraft.

      Leistungsanforderungen

      Es werden, wie in der APO-SI festgelegt, zwei Kursarbeiten/Halbjahr geschrieben. Es wird auch möglich sein, eine Arbeit pro Schuljahr durch eine eigenständige, umfangreichere Quartalsarbeit zu ersetzen, die natürlich wie eine schriftliche Kursarbeit gewertet wird. Die Themen werden zu überwiegendem Teil in Projekten behandelt, an deren Ende ein eigenständig erstelltes Produkt steht (Ausarbeitung, Präsentation, Computerprogramm u.ä.) .

      Zielgruppe

      NICHT nur die Computerfreaks, die mit einem Spielprogramm perfekt umgehen können oder schon einmal eine Festplatte erfolgreich ausgewechselt haben, sind die Zielgruppe für diesen Kurs. Eingeladen sind die Schülerinnen und Schüler, die Spaß am Tüfteln, an kreativem Gestalten sowie an selbständigem Arbeiten/Forschen haben und dabei eine gewisse Ausdauer beim Lösen unbekannter Fragestellungen entwickeln. Ein schlauer Mensch sagte einmal: „Das Menschliche an Computern ist ihre Gewissenlosigkeit.“ Die elektronischen Knechte sind oft störrisch und nicht jeder Schritt gelingt auf Anhieb; „learning by doing“, also Lernen durch Ausprobieren, und eine gewisse Beharrlichkeit sind Pflicht.

      Voraussetzungen

      • Computerkenntnisse sind keineswegs Voraussetzung zur erfolgreichen Teilnahme, schaden natürlich auch nicht.
      • Ein heimischer PC ist allerdings Pflicht, da auch praktische Hausaufgaben zu erledigen bzw. Projektarbeiten anzufertigen sind.
      • Ein Internetzugang ist ebenfalls notwendig, da das zu moderner Kommunikationstechnik dazu gehört und im Kurs davon intensiv Gebrauch gemacht wird. Hier kann aber, falls nötig, die Schule helfen (z.B. Computer in der Bibliothek).